sie sind hier: Startseite|Aufgaben|Be- und Entwässerung|Gewässerunterhaltung



Gewässerunterhaltung

Eine zweite Kernaufgabe des BREMISCHEN DEICHVERBANDES AM RECHTEN WESERUFER ist die Be- und Entwässerung der binnendeichs liegenden Flächen. Hierzu müssen vor allem die Gewässer regelmäßig unterhalten werden.
Damit das Regenwasser aus den bebauten und unbebauten Gebieten der Stadt in das Flusssystem von Weser, Lesum und Wümme abgeleitet werden kann, muss das Gewässersystem des Verbandes gepflegt und unterhalten werden. Bei der Gewässerunterhaltung werden die Fleete schonend gereinigt, so dass einerseits der Durchfluss gewährleistet ist, Pflanzen und Tiere aber insgesamt nicht geschädigt werden.

Die naturnahe Umgestaltung der Gewässer, die der Deichverband seit Ende der Siebziger Jahre praktiziert, wirkt sich positiv auf die Ufersicherung und die Wasserreinhaltung aus und senkt zudem die Unterhaltungskosten. Der Verband dokumentiert die Entwicklung der naturnah umgestalteten Strecken durch eine wissenschaftliche Begleituntersuchung.

Große Probleme bereiten nach wie vor die Mischwassereinleitungen. Bei heftigen oder langanhaltenden Regenfällen können sie aus Rückhaltesammelbecken an der Müllverbrennungsanlage und in Horn in die Kleine Wümme laufen. Mit Öl und Gummiabrieb verschmutztes Oberflächenwasser und nur mechanisch gereinigtes Abwasser belasten dann besonders die Kleine Wümme und das Maschinenfleet. Beim Abbau der Stoffe wird dem Wasser soviel Sauerstoff entzogen, dass Fische, Muscheln, Amphibien und Insektenlarven ersticken können. Durch diese Einleitungen werden die Bemühungen des Deichverbands um eine natur- und umweltverträgliche Wasserwirtschaft immer wieder behindert.

Bei einer Gewässerschau im Herbst wird der einwandfreie Zustand der Gewässer überprüft.

Insgesamt 13 Schöpfwerke und Pumpstationen mit einer Gesamtleistung von über 70 Kubikmeter pro Sekunde müssen das Wasser aus dem hochwassergeschützten Verbandsgebiet in die Weser, Lesum und Wümme abführen.

Warum werden Gräben angelegt?

Der größte Teil Bremens liegt in einer Niederung. Aufgrund der geringen Geländehöhe, der Bodenverhältnisse und der Flächenversiegelung ist es in der Regel nicht möglich, dass Regenwasser ausschließlich versickern zu lassen. In vielen Bereichen würde sich - zumindest in niederschlagsreichen Zeiten - stauende Nässe einstellen.

Aus diesem Grund muss das Wasser abgeleitet werden. Anderseits können Gräben in Trockenperioden auch zur Bewässerung dienen. Beides geschieht am besten über offene Gräben und Fleete. Dieses Wissen hatten bereits unsere Vorfahren vor mehreren hundert Jahren, als durch die systematische Anlage von Gräben und Fleeten die Niederung für eine Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung erschlossen wurde (siehe auch Geschichte).

Warum sind offene Gräben besser als verrohrte Kanäle?

  • Wasserspeicherung:
    In offenen Gräben kann mehr Wasser gespeichert werden als in verrohrten, was vor allem bei starken Regenfällen zur Vermeidung von Überflutungen beiträgt.
  • Wasserreinigung:
    Durch den Pflanzenbewuchs und die im Graben vorkommenden Kleinlebewesen wird das Wasser gereinigt.
  • Lebensraum für Pflanzen und Tiere:
    Der offene Graben ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, z.B. Frösche, Fische, Libellen usw. (siehe auch Naturschutz).
  • Landschaftsbild:
    Gräben sind typisch für unsere Landschaft und belebende Elemente im Stadt- bzw. Landschaftsbild.

Wie sollen Gräben unterhalten werden?

Ein Graben kann seine Funktion nur erfüllen, wenn das erforderliche Abflussprofil freigehalten wird (siehe auch Leistungen). Dazu ist folgendes zu beachten:

  • Freihalten des Uferstreifens. Das heißt, in unmittelbarer Nähe des Gewässers
    • keine Errichtung von baulichen Anlagen,
    • keine Aufstellung von Zäunen,
    • keine Anpflanzung von Hecken u.a. Gartenpflanzen,
    • keine Anlage von Kompostplätzen und
    • kein Auffüllen von Boden ("Landgewinnung").

Derartige Maßnahmen behindern den freien Zugang entlang des Gewässers und müssen unterbleiben. Es ist deshalb erforderlich, auf beiden Grabenseiten im Anschluss an die obere Böschungskante einen mindestens 80 cm breiten Streifen für Unterhaltungs- und Kontrollzwecke freizuhalten. Für bauliche Anlagen sind je nach Gewässer Abstände zwischen 2 und 10 Meter von der oberen Böschungskante einzuhalten.

  • Ausmähen und Entfernen des Mähguts:
    Damit der Graben nicht zuwächst, muss er einmal im Jahr gemäht bzw. gekrautet werden. Dies geschieht am besten im Spätsommer. Das Mähgut muss aus dem Graben entfernt und oberhalb der Böschung abgelagert oder abgefahren werden.
    Um den ordnungsgemäßen Zustand der Gräben zu überprüfen, führt der Deichverband jährlich im Oktober eine Grabenschau durch.
  • Ökologisch sinnvoll sind die Anlage und Erhaltung von flachen Ufern (siehe auch Naturschutz):
    Zu steile Ufer brechen ab oder rutschen in den Graben. Technischer Verbau wie z.B. Bretter oder Spundwände ist nachteilig, weil dieser das Ufer nicht dauerhaft halten und sich kein natürlicher Bewuchs einstellen kann.